Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Seit wenigen Tagen ist die 14-jährige Kati aus Erding wieder zuhause bei ihren Eltern und Geschwistern. Im Spätsommer ist bei dem Mädchen Leukämie diagnostiziert worden, fast 13 Wochen lang lag sie in der Kinderkrebsstation in Schwabing. „Sie blüht jetzt auf“, sagt ihre Mutter Karin.
Am Sonntagabend hat sie ihre Tochter mit nach Hause nehmen dürfen. Nun fährt sie täglich mit ihr zur Kontrolle ins Krankenhaus. Am Sonntag, 11. Dezember, findet in der Grundschule am Ludwig-Simmet-Anger in Erding die Typisierungsaktion „Hilfe für Kati und andere“ statt, um einen Knochenmarkspender für Kati zu finden. Damit sind die Bürger im Landkreis schon zum zweiten Mal in diesem Jahr dazu aufgerufen, sich in der Knochenmarkspenderdatei registrieren zu lassen: Im Juli suchte die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) nach einem genetischen Zwilling für die 24-jährige Regina Wieser aus Dorfen, die an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Auch für sie gibt es noch keinen Spender. Dringend benötigt wird aber auch Geld, denn die Typisierung einer Blutspende kostet 50 Euro. Der „Adventskalender für gute Werke“ der Süddeutschen Zeitung will helfen und bittet seine Leser um Unterstützung.
Ob Vereine, Parteien, Schulen oder Unternehmen: Die Unterstützung für die 14-jährige Kati ist beeindruckend, das sieht man auch bei der DKMS so. „Fast täglich rufen Menschen an, die wissen wollen, ob sie schon registriert sind“, sagt Yvonne Renz. Auch auf das Konto ist bereits viel Geld eingegangen – etwa 13.000 Euro. Das sei eine große Summe, sagt Renz, „aber immer noch viel zu wenig“. Und so bittet sie die Bürger in Erding, nicht nur zum Blutspenden zu kommen, sondern auch Geld zu geben. Für den kommenden Sonntag rechnet Renz mit Tausenden Besuchern, die ihr Blut typisieren lassen wollen. Mit mehr als 200 Helfern fühlt sie sich für den Ansturm jedoch gut gerüstet. „Es wird trotzdem für jeden Einzelnen nicht länger als zehn bis 15 Minuten dauern“, sagt Renz.
In Erding ist man intensiv mit den Vorbereitungen auf die Typisierungsaktion befasst. Sabine Trifflinger, eine Freundin der Familie, hat geholfen, die vielen Helfer zu organisieren. Sie könne gar nicht glauben, wie schnell das gegangen sei, sagt sie. Etwa hundert Personen werden die Spender erfassen, fünfzig Personen – die dafür ausgebildet sind – nehmen Blut ab, und weitere fünfzig Helfer kümmern sich um das Drumherum: um die Einweisung, die Kontrolle, den Kuchenverkauf und die Parkplätze. Wer mit dem Auto kommt, dem wird empfohlen, auf dem Erdinger Volksfestplatz zu parken. Von dort fahren kostenlose Shuttle-Busse zur Grundschule am Ludwig- Simmet-Anger.
Voller Dankbarkeit ist Katis Mutter Karin für ihre Freundin Sabine Trifflinger. „Sie kocht für meine Kinder, überwacht die Hausaufgaben der kleineren und ist Ansprechpartnerin für Katis vier Geschwister“, sagt sie. Sowie sie sich auf die Unterstützung ihrer Freundin verlassen kann, so sehr hofft die Familie nun auf die Unterstützung der Bevölkerung. „Es ist ganz wichtig, dass möglichst viele Menschen zum Blutspenden kommen“, sagt Karin. „Mit ein bisschen Blut kann man Leben retten.“ Schon die zurückliegenden Wochen habe sie als sehr „ermutigend“ empfunden. „Es tut gut, zu merken, dass man nicht alleine ist“, sagt sie. Für den kommenden Sonntag hofft die Familie natürlich, dass sich ein passender Spender für Kati oder auch für Regina Wieser findet. Mitmachen kann jeder zwischen 18 und 55 Jahren, der in guter gesundheitlicher Verfassung ist. Die Aktion findet zwischen 11 und 16 Uhr statt. Dem Spender werden dabei nur fünf Milliliter Blut entnommen.
(SZ vom 08.12.11)