Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Als hätte er etwas geahnt. Vor drei Jahren hat Michael O. (Name geändert) nach einer Bandscheiben-Operation seine Wohnung umgebaut, die Türen verbreitert, ein neues Bad hineingerichtet, den Boden gefließt. „Man weiß ja nicht, was alles passiert“, dachte sich O. damals.
Heute sitzt der 53-Jährige im Rollstuhl. Vor einem Jahr war er ins Krankenhaus eingeliefert worden, seine Füße waren da bereits taub – Durchblutungs-störungen. „In meinem rechten Bein kam nur 20 Prozent des Bluts an, im linken gar nichts mehr“, erzählt O.. Wie es dazu kam, das wüssten selbst die Ärzte nicht.
Zwei Monate versuchten die Mediziner, den bereits verwesenden Fuß zu retten – vergeblich. ImJanuar mussten sie den vorderen Teil des Fußes und die Ferse amputieren. Seither ist Michael O. auf Hilfe angewiesen. Zwar kann er sich in seiner Wohnung fortbewegen, allerdings nicht hinausgehen: Die Wohnung befindet sich im ersten Stock, einen Lift gibt es nicht. Essen bringt ihm die Tafel, seine Mitbewohner gehen für ihn Einkaufen. Er versucht dennoch, seine Situation positiv zu sehen: „Manche sitzen ein Leben lang im Rollstuhl.“
Im Januar erhält O. einen neuen Schuh, dann lernt er in einer Reha, wieder zu gehen. Was er für Zukunftspläne hat? „Vielleicht bewerbe ich mich als Pförtner. Volle Pulle angreifen werde ich ja nicht mehr können.“ Derzeit lebt der 53-Jährige von Hartz IV, damit komme er mehr schlecht als recht aus. Ein neues Bett mit einer härteren Matratze bräuchte er. Denn mittlerweile habe er wieder Bandscheibenprobleme.
(SZ vom 15.12.11)