Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Menschen geraten aus den unterschiedlichsten Gründen in Not, wissen plötzlich nicht mehr, wie sie ihre Kinder ernähren, wie sie ihr Leben meistern sollen und sind verzweifelt. Oft sind es Krankheiten, der Verlust des Arbeitsplatzes oder die Trennung vom Partner, die sie in Situationen führen, die schier ausweglos sind.
Gerlinde L. ist Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern, ihr Mann leidet an einer unheilbaren Krankheit. Seit der Arzt die Diagnose gestellt hat, sind große Probleme über die Familie hereingebrochen. Der Mann war selbständig und nicht genügend abgesichert, Gerlinde L. verdient gerade so viel, um nicht in Hartz IV abzurutschen. Dabei verschlingt die Krankheit des Ehemanns zusätzliches Geld, außerplanmäßige Ausgaben kann sich die Familie nicht leisten. Jetzt brauchen die Kinder Winterbekleidung, ihre alten Sachen sind zu klein geworden. Ein paar Weihnachtsgeschenke würde Gerlinde L. für die Kinder auch gerne besorgen. Aber wovon?
Ein schwerer Verkehrsunfall zerstörte das Leben von Ivica N. und seiner Familie. Vor vielen Jahren war der Familienvater aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland gekommen. Er arbeitete zunächst in der Autoindustrie, machte sich dann selbständig und verdiente so den Lebensunterhalt für sich und seine Familie. Seine Frau kümmerte sich um die drei Kinder, von denen zwei an einer seltenen Erbkrankheit leiden. Sie werden zeitlebens auf die Hilfe der Eltern angewiesen sein. Dann passierte vor drei Jahren der Verkehrsunfall, Ivica N. kann sich seither nicht mehr richtig bewegen, musste seinen kleinen Betrieb schließen. Die Familie lebt nun von seiner bescheidenen Erwerbsunfähigkeitsrente und ergänzenden Sozialleistungen. Durch kleinere Nebentätigkeiten versucht Ivica N., das Einkommen der Familie aufzubessern. Was er verdient, wird jedoch auf die Sozialleistungen angerechnet. Da muss jede zusätzliche Ausgabe genau geplant werden. Der Kauf von Winterkleidung wird wieder ein gewaltiges Loch in das Budget reißen. An die nächste Nebenkostenabrechnung mag der Familienvater gar nicht denken.
Schon einiges durchgemacht hat trotz ihrer erst 21 Jahre Michaela K.. Sie ist Mutter eines dreijährigen Buben. Mit 17 Jahren wurde sie schwanger, entschied sich für das Kind und gab dafür ihre Berufsausbildung auf. Gemeinsam mit dem Vater des Kindes mietete sie eine Wohnung, aber das ging nicht lange gut. Der Kindsvater machte sich auf und davon, Michaela K. blieb mit den Mietschulden zurück. Auch eine zweite Beziehung scheiterte. Ihr Partner hatte immer wieder bei Versandhäusern bestellt und sie unterschreiben lassen. Am Ende blieb sie auf fast 16.000 Euro Schulden sitzen. Unterschlupf fanden sie und ihr kleiner Sohn schließlich bei ihrer Mutter. In ihrer Not wendete sie sich an die Schuldnerberatung der Caritas. Seither trägt sie die Schulden Stück für Stück ab und hat neuen Lebensmut gefasst. Sie will ihre abgebrochene Lehre fortsetzen und hat sogar eine kleine Wohnung in Aussicht. Aber es fehlen noch die meisten Möbel. Ihr größter Wunsch wäre es, für den Sohn ein richtiges Kinderzimmer einzurichten. Im Secondhand-Kaufhaus der Caritas hat sie sich schon mal umgesehen, aber auch dort bekommt sie die Möbel nicht umsonst.
Maria A. ist eine alleinstehende Mutter zweier Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren. Der Vater der Kinder hat sie verlassen und kümmert sich nicht um seine beiden Töchter. Da sie keine Berufsausbildung hat, fällt es ihr schwer, einen Arbeitsplatz zu finden. Inzwischen hat sie wenigstens eine Beschäftigung auf 400-Euro-Basis. Das hat ihr neuen Mut gegeben, das selbst verdiente Geld gibt ihr das Gefühl, nicht nur auf die Hilfe des Staates angewiesen zu sein. Trotzdem ist ihre finanzielle Situation alles andere als rosig. Außerplanmäßige Ausgaben bereiten große Probleme: die Nebenkostenabrechnung, notwendige Versicherungen. Jetzt kommt Weihnachten und Maria A. weiß nicht, woher sie das Geld nehmen soll, um ihren Kindern kleine Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Denn zunächst muss sie für ihre Mädchen erst einmal Winterbekleidung kaufen.
Der Adventskalender für gute Werke will den vier Frauen und ihren Kindern helfen, will ihnen mit den Spenden der SZ-Leser eine kleine Weihnachtsfreude bereiten. Damit die Festtage nicht gar so trist und grau werden.
(SZ vom 29.11.11)